Die Martin-Niemöller Schule brannte vor etwa zwei Jahren ab. Schüler und Lehrer gingen am Dienstag auf die Straße und demonstrierten, da in Sachen Umbau sich noch immer nichts getan hat. Sie haben noch immer Unterricht im Rotaprint-Gebäude und in Containern. Nach einer Änderung der Schulsituation sieht es momentan nicht aus.

Ein 18 Jahre alter Schüler war in den frühen Morgenstunden des 24. Dezember 2007 in die Schule eingebrochen und hatte ein Feuer gelegt. Dabei war unter anderem der Verwaltungstrakt ausgebrannt, der Schaden beträgt rund 2,5 Millionen Euro.

Das Gebäude war nicht mehr nutzungsfähig und die Martin-Niemöller Schule musste sich eine neue Bleibe suchen. Nachdem sie anfangs Nachmittags ihren Unterricht auf der Carl-von-Ossietzky-Schule hatten, konnten sie ab dem 5. Februar 2008 in einem ehemaligen Asylbewerberheim (Rotaprint-Gebäude) an der Homburger Straße lernen. Eine Anfangs akzeptable Lösung, über die sich nun Lehrer und Schüler beschweren.

Die Räumlichkeiten seien zu klein und in Chemie könne man keine Versuche machen, da der Chemieunterricht in Containern statt findet. “Es ist unser Ziel, mal wieder auf uns aufmerksam zu machen. Es hat sich bislang gar nichts getan”, sagte ein Schülersprecher gegenüber dem HR. “Wir kriegen kein Geld, wir kriegen keine Schule, wir kriegen keine Informationen.”

Schuldezernat, Lehrer, Schüler und Eltern wollen bei einem Treffen die aktuelle Lage besprechen. Die Lehrer haben sich bereits in deinem offenen Brief über den Stillstand bei der Sanierung beklagt. “Es reicht – unsere Geduld ist erschöpft”, hieß es in dem Schreiben, das unter anderem das Staatliche Schulamt erreichte. Der Unterricht sollte ursprünglich 20011 im “alten Gebäude” wieder beginnen. Allerdings mögen Lehrer und Schüler daran nicht so recht glauben.

Schulleiterin Elisabeth Waldorff sprach am Rande der Demonstrationen von einem “Skandal”, dass seit Weihnachten 2007 nichts passiert sei. “Das Gebäude liegt seit Heiligabend 2007 brach”, klagt Waldorff. Die Direktorin des Oberstufengymnasiums befürchtet, dass die Schule bei knapper werdenden Kassen letztlich das Nachsehen habe.

Wiesbadens Schuldezernentin Rose-Lore Scholz versichert hingegen, es sei ganz normal, dass Sanierungspläne so lange dauern würden. Die genauen Kosten müssten erst von Sachverständigen geklärt werden. Die verschiedenen Schritte müssten von der Stadt und den Sachverständigen “Punkt für Punkt” noch abgearbeitet werden.