Vor dem Landgericht Wiesbaden hat am Montag der Prozess um den Mord an einer 58 Jahre alten Frau begonnen. Angeklagt ist ein 26-jähriger Mann, der im Juni in Wiesbaden eine 58-jährige wohnsitzlose Frau vergewaltigt und erwürgt haben soll. Er streitet das ab. Der “Mord” sei ein Sex-Unfall gewesen, er habe “wie ein wilder Stier“ agiert und sie dabei versehentlich erwürgt.

Die Obdachlose hatte der Drogenabhängige zuvor in einer Spielhalle am Wiesbadener Hauptbahnhof kennengelernt und mit nach Hause genommen. Weil sie nicht mit ihm schlafen wollte, vergewaltigte der Mann nach Auffassung der Staatsanwaltschaft die Frau und brachte sie um. Angeblich hatte ihn die Frau aufgefordert, sie beim Geschlechtsverkehr am Hals zu fassen. “Da war ich wohl ein wenig zu grob”, räumte er ein. Am nächsten Tag stellte er sich der Polizei.

Gerichtsmediziner hatten bei der Obduktion der Leiche schwere Verletzungen im Genitalbereich und an den Beinen festgestellt. Die Staatsanwaltschaft ist deshalb davon überzeugt, dass es sich bei der Tat nicht um einen Unfall handelt. Sie rechnet mit einem langwierigen Indizienprozess.